Mittwoch, 29. Februar 2012

Weihnachten auf Zanzibar

Dass wir unseren Weihnachtsurlaub auf Zanzibar verbringen würden stand schon ziemlich früh fest und während November und Dezember haben wir quasi darauf hin gelebt.
Der Plan war nach Dar Es Salaam zu fahren und dort ein paar Tage bei einem Ehepaar Perialis von unserer Mission zu wohnen. Zum einen um die Stadt ein bisschen zu sehn und zum anderen um sich die Arbeit von Herrn Perialis, der als Chirurg in einem Krankenhaus in Dar arbeitet, anzuschauen.
Anschließend wollten wir zusammen mit 13 anderen Kurzzeitlern (von denen wir 4 kannten) mit der Fähre nach Zanzibar übersetzen.
Wir hatten unseren Plan ohne die Regenzeit gemacht. In den drei Tagen, in denen wir in Dar waren hat es so viel geregnet, wie im letzten Monat zusammen. Brücken und ganze Wohnviertel wurden einfach weggeschwemmt. Wir waren von der Stadt komplett abgeschnitten. Schön war es trotzdem, wenn auch ein bisschen weniger aufregend als gedacht.
Pünktlich zur Abfahrt waren die Straßen glücklicherweise wieder zum großen Teil passierbar.
Es blieb aber bis zum Schluss spannend, ob wir die Fähre rechtzeitig erreichen würden, da wir auf der Fahrt mit dem Taxi auf einer Reihe Sandsäcken hängenblieben. Aber die Tanzanier sind hilfsbereit und mit der Hilfe einiger Passanten und einer ausgeliehenen Schaufel haben wir das Auto flottgekriegt und waren pünktlich an der Fähre.
Zanzibar war einfach der Wahnsinn! Wir haben in einer Lodge direkt am Strand gewohnt, man musste nur durch einen Palmenwald und war direkt am Meer. Ich hätte nie gedacht, dass das Meer so türkis und Sand so weiß sein kann..
Außer Strandurlaub haben wir das komplette Touriprogramm mitgenommen. Wir waren Schnorcheln, Delfinschwimmen, einige von uns haben eine Gewürztour mitgemacht.. und in Stonetown, dem alten Teil der Haupstadt, waen wir. Das war echt schön da, man sieht deutlich die arabischen Einflüsse und es macht wahnsinnig Spaß durch die verwinkelten Gassen zu gehen und hinter jeder Ecke eine andere Welt zu entdecken.
Weihnachten war seltsam, halt gar nicht weihnachtlich. Aber wir haben uns echt gut verstanden in der Gruppe und von daher hatte ich keinen Grund Heimweh zu haben.
Es war generell mal ganz angenehm Urlaub von Afrika zu haben, weil  Zanzibar ist nicht das Tanzania was wir kennen. Einerseits durch arabische Einflüsse und vor allem durch den Tourismus unterscheidet sich die Insel extrem vom Festland. Man konnte tragen was man möchte, wir konnten feiern gehen ohne uns Sorgen um unseren Ruf machen zu müssen… das war schon cool.
Doch trotz allem Schönen, war es dann auch gut wieder nach Musoma zu kommen. Trotz allen Eigenheiten mag ich die Menschen hier schon echt gern.


  










Freitag, 9. Dezember 2011

Independence Day

Heute feiert Tansania 50 Jahre Unabhängigkeit.
Die Feier in der Innenstadt haben wir verpasst, als wir kamen wurde schon abgebaut.
Dafür hatte ich heute meine erste Motorradstunde, wir haben ein regionales Fußballspiel angeschaut und waren am Strand. Das gleicht die verpasste Feier aus.
 
Es hat wirklich Spaß gemacht und mit ein bisschen Übung wird das schon :)
 

Der Preis für das Spiel war eine Ziege, die zwischendurch abgehauen ist und erst wieder eingefangen werden musste :D


Mabina, unser "Fahrlehrer"


Freitag, 2. Dezember 2011


Wir befinden uns gerade mitten in der Regenzeit, die Straßen leiden ziemlich darunter..
Im Bild oben rechts das Haus, da wohnen wir. Und links oben, das ist unsee Kirche.

Arbeit

Seit knapp 2 Monaten arbeite ich jetzt schon – Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht!
Zunächst haben Judith und ich zusammen in der alten Dispensary (Krankenstation) unserer Kirche (AICT) gearbeitet. Sie bei uns gleich um die Ecke und relativ klein.
Für den Anfang war das wirklich gut. Wir hatten jeder unseren festen Bereich in dem wir eingearbeitet wurden. Meiner war die Medikamentenausgabe. Meine Mitarbeiterin in der Medikamentenausgabe, Monica, ist unglaublich nett. Sie spricht allerdings kein Englisch, ich war also von Anfang an auf meine Kiswahilikenntnisse angewiesen.
Anders als in deutschen Apotheken, werden die Medikamente hier nicht in fertigen Schachteln verkauft. Wir haben sie in großen Mengen und müssen sie, je nach verschriebener Dosis, für den einzelnen Patienten in kleine Papiertütchen packen.
Anfangs war ich mit den vielen verschiedenen Medikamenten und deren Namen etwas überfordert, aber inzwischen kann ich die Arbeit quasi allein machen. Ich bin sogar in der Lage die fast unleserliche Schrift der Ärzte zu entziffern und aus den merkwürdigen Abkürzungen die jeweilige Medikametendosis zu erschließen.
  

ich und lucy in der Medikamentenausgabe (derisha la dawa)

die alte Dispansary

Vor ein paar Wochen hat sich unser Alltag nochmals verändert, wir wurden offiziell auch in die Arbeit der neuen Dispensary eingewiesen.
Zwei Tage die Woche bin ich jetzt in der neuen und zwei in der alten. Judith genau andersherum, wir arbeiten jetzt allein. Samstags mach ich nach wie vor bei Compassion mit und Montags haben wir frei.
Dadurch, dass wir jetzt allein arbeiten, haben wir, anders als vorher, die Möglichkeit, von Aufgabenfeld zu Aufgabenfeld zu „springen“. Ist in der Medikamentenausgabe nichts zu tun, kann man jetzt ohne weiteres ins Labor oder in den Infusionsraum wechseln ohne sich in die Quere zu kommen. So sieht unser Arbeitsalltag nun viel abwechslungsreicher aus.
Neulich war ich bei der Beschneidung eines kleinen Junges dabei, wir dürfen Blut abnehmen und Spritzen geben (jedenfalls inoffiziell, hängt immer von der zuständigen Krankenschwester ab). Infusionen hab ich noch nicht gelegt, da hab ich bisher nur „assistiert“ aber das kommt demnächst auch.


die neue Dispensary

Freitag, 4. November 2011



neulich war der Himmel abends einfach gelb
ich hab da nichts bearbeitet ich schwörs!

 
Ich werde mir vor der Heimreise einfach ein klauen,
die sind so süß!

Oktober

So jetzt muss ich wohl einiges nachholen.

Im Oktober war für vier Wochen ein Team von Freiwilligen aus Deutschland hier in Tansania und für eine Woche bei uns. Zusammen haben wir in Bunda, der nächsten nennenswerte Stadt, die auch zu unserer Diözese gehört, einen Kindertag für ca 400 Kinder veranstaltet. So mit singen und spielen und natürlich essen.  Es gab für jedes Kind eine Soda, die haben sich ziemlich gefreut.

Es waren, wie auch bei unserem Compassion-Projekt, vor allem Kinder aus ärmeren Verhältnissen, deshalb war das was besonderes.
Zusammen mit einer aus dem deutschen Team haben Judith und ich den älteren Mädels die Fingernägel lackiert, das kam auch richtig gut an. Es ist so schön zu sehen, wenn sich die Kinder über so kleine Dinge so richtig freuen. Und andererseits macht mich das so wütend, weil es so offensichtlich macht, wie viel wir in Europa haben und es nicht zu schätzen wissen.

Der Versuch eines Gruppenbildes :)


Am nächsten Tag haben wir Hausbesuche bei Familien gemacht deren Kinder von meiner Organisation unterstützt werden. Das TUMAINI Projekt bezahlt Schulgeld und medizinische Versorgung der Kinder. Das war schon ziemlich krass. Die Familie, in der ich war, besteht momentan aus 7 Personen, die in 3 kleinen Zimmern wohnen und sich 3 Bette teilen. Die Mutter ist HIV-posistiv und wurde vor Jahren von ihrem Mann verlassen und muss ihre Familie allein durchbringen. Sie verkauft Steine, die sie vorher zerkleinert, was sehr mühsam für sie ist, das sie durch eine Krankheit (keine Ahnung welche) verkrüppelte Hände hat.
Trotz der Unterstützung hat die Familie Geldprobleme, sie sind drei Monatsmieten für das Haus im Verzug und die Mutter meinte, sie habe Angst auf die Straße gesetzt zu werden.
Wir haben ihr die fehlende Miete bezahlt, umgerechnet 6 Euro. Ein Witz für uns. Natürlich ist so etwas keine langfristige Hilfe, aber wenigstens ist die Frau für kurze Zeit eine Sorge los.
Man weiß, das solche Dinge existieren, aber man versteht nicht was so etwas bedeutet, bis man es wirklich mal hautnah erlebt. Mich hat der Besuch zwar ziemlich mitgenommen, aber ich bin trotzdem froh solche Erfahrungen zu machen und die Realität hier zu sehen.

die Mutter
 
 
  Die TUMAINI-Kinder


Freitag, 14. Oktober 2011

Huhn

Man hat uns ein Huhn geschenkt. Ein ganzes. :D
Zum Glück gebraten, denn zum Hühnerschlachten bin ich noch nicht bereit. Da bin wohl noch nicht afrikanisch genug.