Freitag, 2. Dezember 2011

Arbeit

Seit knapp 2 Monaten arbeite ich jetzt schon – Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht!
Zunächst haben Judith und ich zusammen in der alten Dispensary (Krankenstation) unserer Kirche (AICT) gearbeitet. Sie bei uns gleich um die Ecke und relativ klein.
Für den Anfang war das wirklich gut. Wir hatten jeder unseren festen Bereich in dem wir eingearbeitet wurden. Meiner war die Medikamentenausgabe. Meine Mitarbeiterin in der Medikamentenausgabe, Monica, ist unglaublich nett. Sie spricht allerdings kein Englisch, ich war also von Anfang an auf meine Kiswahilikenntnisse angewiesen.
Anders als in deutschen Apotheken, werden die Medikamente hier nicht in fertigen Schachteln verkauft. Wir haben sie in großen Mengen und müssen sie, je nach verschriebener Dosis, für den einzelnen Patienten in kleine Papiertütchen packen.
Anfangs war ich mit den vielen verschiedenen Medikamenten und deren Namen etwas überfordert, aber inzwischen kann ich die Arbeit quasi allein machen. Ich bin sogar in der Lage die fast unleserliche Schrift der Ärzte zu entziffern und aus den merkwürdigen Abkürzungen die jeweilige Medikametendosis zu erschließen.
  

ich und lucy in der Medikamentenausgabe (derisha la dawa)

die alte Dispansary

Vor ein paar Wochen hat sich unser Alltag nochmals verändert, wir wurden offiziell auch in die Arbeit der neuen Dispensary eingewiesen.
Zwei Tage die Woche bin ich jetzt in der neuen und zwei in der alten. Judith genau andersherum, wir arbeiten jetzt allein. Samstags mach ich nach wie vor bei Compassion mit und Montags haben wir frei.
Dadurch, dass wir jetzt allein arbeiten, haben wir, anders als vorher, die Möglichkeit, von Aufgabenfeld zu Aufgabenfeld zu „springen“. Ist in der Medikamentenausgabe nichts zu tun, kann man jetzt ohne weiteres ins Labor oder in den Infusionsraum wechseln ohne sich in die Quere zu kommen. So sieht unser Arbeitsalltag nun viel abwechslungsreicher aus.
Neulich war ich bei der Beschneidung eines kleinen Junges dabei, wir dürfen Blut abnehmen und Spritzen geben (jedenfalls inoffiziell, hängt immer von der zuständigen Krankenschwester ab). Infusionen hab ich noch nicht gelegt, da hab ich bisher nur „assistiert“ aber das kommt demnächst auch.


die neue Dispensary

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