So jetzt muss ich wohl einiges nachholen.
Im Oktober war für vier Wochen ein Team von Freiwilligen aus Deutschland hier in Tansania und für eine Woche bei uns. Zusammen haben wir in Bunda, der nächsten nennenswerte Stadt, die auch zu unserer Diözese gehört, einen Kindertag für ca 400 Kinder veranstaltet. So mit singen und spielen und natürlich essen. Es gab für jedes Kind eine Soda, die haben sich ziemlich gefreut.
Es waren, wie auch bei unserem Compassion-Projekt, vor allem Kinder aus ärmeren Verhältnissen, deshalb war das was besonderes.
Zusammen mit einer aus dem deutschen Team haben Judith und ich den älteren Mädels die Fingernägel lackiert, das kam auch richtig gut an. Es ist so schön zu sehen, wenn sich die Kinder über so kleine Dinge so richtig freuen. Und andererseits macht mich das so wütend, weil es so offensichtlich macht, wie viel wir in Europa haben und es nicht zu schätzen wissen.
Der Versuch eines Gruppenbildes :)
Am nächsten Tag haben wir Hausbesuche bei Familien gemacht deren Kinder von meiner Organisation unterstützt werden. Das TUMAINI Projekt bezahlt Schulgeld und medizinische Versorgung der Kinder. Das war schon ziemlich krass. Die Familie, in der ich war, besteht momentan aus 7 Personen, die in 3 kleinen Zimmern wohnen und sich 3 Bette teilen. Die Mutter ist HIV-posistiv und wurde vor Jahren von ihrem Mann verlassen und muss ihre Familie allein durchbringen. Sie verkauft Steine, die sie vorher zerkleinert, was sehr mühsam für sie ist, das sie durch eine Krankheit (keine Ahnung welche) verkrüppelte Hände hat.
Trotz der Unterstützung hat die Familie Geldprobleme, sie sind drei Monatsmieten für das Haus im Verzug und die Mutter meinte, sie habe Angst auf die Straße gesetzt zu werden.
Wir haben ihr die fehlende Miete bezahlt, umgerechnet 6 Euro. Ein Witz für uns. Natürlich ist so etwas keine langfristige Hilfe, aber wenigstens ist die Frau für kurze Zeit eine Sorge los.
Man weiß, das solche Dinge existieren, aber man versteht nicht was so etwas bedeutet, bis man es wirklich mal hautnah erlebt. Mich hat der Besuch zwar ziemlich mitgenommen, aber ich bin trotzdem froh solche Erfahrungen zu machen und die Realität hier zu sehen.

die Mutter
Die TUMAINI-Kinder