Freitag, 9. Dezember 2011

Independence Day

Heute feiert Tansania 50 Jahre Unabhängigkeit.
Die Feier in der Innenstadt haben wir verpasst, als wir kamen wurde schon abgebaut.
Dafür hatte ich heute meine erste Motorradstunde, wir haben ein regionales Fußballspiel angeschaut und waren am Strand. Das gleicht die verpasste Feier aus.
 
Es hat wirklich Spaß gemacht und mit ein bisschen Übung wird das schon :)
 

Der Preis für das Spiel war eine Ziege, die zwischendurch abgehauen ist und erst wieder eingefangen werden musste :D


Mabina, unser "Fahrlehrer"


Freitag, 2. Dezember 2011


Wir befinden uns gerade mitten in der Regenzeit, die Straßen leiden ziemlich darunter..
Im Bild oben rechts das Haus, da wohnen wir. Und links oben, das ist unsee Kirche.

Arbeit

Seit knapp 2 Monaten arbeite ich jetzt schon – Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht!
Zunächst haben Judith und ich zusammen in der alten Dispensary (Krankenstation) unserer Kirche (AICT) gearbeitet. Sie bei uns gleich um die Ecke und relativ klein.
Für den Anfang war das wirklich gut. Wir hatten jeder unseren festen Bereich in dem wir eingearbeitet wurden. Meiner war die Medikamentenausgabe. Meine Mitarbeiterin in der Medikamentenausgabe, Monica, ist unglaublich nett. Sie spricht allerdings kein Englisch, ich war also von Anfang an auf meine Kiswahilikenntnisse angewiesen.
Anders als in deutschen Apotheken, werden die Medikamente hier nicht in fertigen Schachteln verkauft. Wir haben sie in großen Mengen und müssen sie, je nach verschriebener Dosis, für den einzelnen Patienten in kleine Papiertütchen packen.
Anfangs war ich mit den vielen verschiedenen Medikamenten und deren Namen etwas überfordert, aber inzwischen kann ich die Arbeit quasi allein machen. Ich bin sogar in der Lage die fast unleserliche Schrift der Ärzte zu entziffern und aus den merkwürdigen Abkürzungen die jeweilige Medikametendosis zu erschließen.
  

ich und lucy in der Medikamentenausgabe (derisha la dawa)

die alte Dispansary

Vor ein paar Wochen hat sich unser Alltag nochmals verändert, wir wurden offiziell auch in die Arbeit der neuen Dispensary eingewiesen.
Zwei Tage die Woche bin ich jetzt in der neuen und zwei in der alten. Judith genau andersherum, wir arbeiten jetzt allein. Samstags mach ich nach wie vor bei Compassion mit und Montags haben wir frei.
Dadurch, dass wir jetzt allein arbeiten, haben wir, anders als vorher, die Möglichkeit, von Aufgabenfeld zu Aufgabenfeld zu „springen“. Ist in der Medikamentenausgabe nichts zu tun, kann man jetzt ohne weiteres ins Labor oder in den Infusionsraum wechseln ohne sich in die Quere zu kommen. So sieht unser Arbeitsalltag nun viel abwechslungsreicher aus.
Neulich war ich bei der Beschneidung eines kleinen Junges dabei, wir dürfen Blut abnehmen und Spritzen geben (jedenfalls inoffiziell, hängt immer von der zuständigen Krankenschwester ab). Infusionen hab ich noch nicht gelegt, da hab ich bisher nur „assistiert“ aber das kommt demnächst auch.


die neue Dispensary

Freitag, 4. November 2011



neulich war der Himmel abends einfach gelb
ich hab da nichts bearbeitet ich schwörs!

 
Ich werde mir vor der Heimreise einfach ein klauen,
die sind so süß!

Oktober

So jetzt muss ich wohl einiges nachholen.

Im Oktober war für vier Wochen ein Team von Freiwilligen aus Deutschland hier in Tansania und für eine Woche bei uns. Zusammen haben wir in Bunda, der nächsten nennenswerte Stadt, die auch zu unserer Diözese gehört, einen Kindertag für ca 400 Kinder veranstaltet. So mit singen und spielen und natürlich essen.  Es gab für jedes Kind eine Soda, die haben sich ziemlich gefreut.

Es waren, wie auch bei unserem Compassion-Projekt, vor allem Kinder aus ärmeren Verhältnissen, deshalb war das was besonderes.
Zusammen mit einer aus dem deutschen Team haben Judith und ich den älteren Mädels die Fingernägel lackiert, das kam auch richtig gut an. Es ist so schön zu sehen, wenn sich die Kinder über so kleine Dinge so richtig freuen. Und andererseits macht mich das so wütend, weil es so offensichtlich macht, wie viel wir in Europa haben und es nicht zu schätzen wissen.

Der Versuch eines Gruppenbildes :)


Am nächsten Tag haben wir Hausbesuche bei Familien gemacht deren Kinder von meiner Organisation unterstützt werden. Das TUMAINI Projekt bezahlt Schulgeld und medizinische Versorgung der Kinder. Das war schon ziemlich krass. Die Familie, in der ich war, besteht momentan aus 7 Personen, die in 3 kleinen Zimmern wohnen und sich 3 Bette teilen. Die Mutter ist HIV-posistiv und wurde vor Jahren von ihrem Mann verlassen und muss ihre Familie allein durchbringen. Sie verkauft Steine, die sie vorher zerkleinert, was sehr mühsam für sie ist, das sie durch eine Krankheit (keine Ahnung welche) verkrüppelte Hände hat.
Trotz der Unterstützung hat die Familie Geldprobleme, sie sind drei Monatsmieten für das Haus im Verzug und die Mutter meinte, sie habe Angst auf die Straße gesetzt zu werden.
Wir haben ihr die fehlende Miete bezahlt, umgerechnet 6 Euro. Ein Witz für uns. Natürlich ist so etwas keine langfristige Hilfe, aber wenigstens ist die Frau für kurze Zeit eine Sorge los.
Man weiß, das solche Dinge existieren, aber man versteht nicht was so etwas bedeutet, bis man es wirklich mal hautnah erlebt. Mich hat der Besuch zwar ziemlich mitgenommen, aber ich bin trotzdem froh solche Erfahrungen zu machen und die Realität hier zu sehen.

die Mutter
 
 
  Die TUMAINI-Kinder


Freitag, 14. Oktober 2011

Huhn

Man hat uns ein Huhn geschenkt. Ein ganzes. :D
Zum Glück gebraten, denn zum Hühnerschlachten bin ich noch nicht bereit. Da bin wohl noch nicht afrikanisch genug.


Freitag, 7. Oktober 2011

Sprachschule Kwaheri!

(Kwaheri heißt Tschüss.)
Wir wurden heute in der Teepause feierlich verabschiedet. Der Koch, einer unserer Freunde hier, hat extra Kuchen gebacken (sonst gibts immer Cookies) und man hat uns ein Zertifikat überreicht.
Ich bin froh, dass wir das Ganze hinter uns haben, aber wenigstens ein bisschen Grammatik haben wir jetzt drauf. Der Rest kommt von allein. Das hoffe ich zumindest.
Was ich wirklich vermissen werde sind die Gespräche mit den Lehrern. Die konnte man immer alles fragen, was die Menschen und ihre Kultur hier betrifft. Das ist wirklich hilfreich. Und Humor haben die, wir hatten echt Spaß. :)
Und zum anderen unsere Freunde aus Küche und Garten. Das sind irgendwie noch echtere Tansanier, als unsere Lehrer, die ja doch recht viel Kontakt mit Ausländern haben. Wir hatten jeden Tag eine Stunde Mittagspause, viel zeit um die Angestellten näher kennenzulernen.
Von besagtem Koch abgesehen, haben wir uns sehr gut mit einem der Wächter angefreundet. Letzten Freitag waren wir bei ihm zu Hause eingeladen, um seine Familie und seine Kuh kennenzulernen. Die Gastfreundschaft der Tansanier ist wirklich nicht zu übertreffen. Seine Tochter hat gekocht, auf Essen waren wir nicht eingestellt, aber ablehnen wäre beleidigend gewesen.
Also haben wir uns unserem Schicksal gefügt. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie soviel gegessen. Ungelogen.
Anschließend hat uns herumgeführt, Kuh und Ziegen und seine Felder auf denen die Familie Mais, Kohl und ähnliches anbaut. So ist das hier üblich.
Seine Frau hat darauf bestanden, gleich einen Termin für den nächsten Besuch auszumachen.
Diesmal werde ich vorher fasten.
Montag fangen wir an, in der Krankenstation bei uns im Viertel zu arbeiten.
 
ganz rechts steht Matheo, der Nachtwächter mit der Kuh,
neben ihm stehen ein ander Wächter und ein Gärtner,
die restlichen sind unsere Lehrer.
was ich da anhabe nennt sich "Khanga", hat hier jede Frau und ist Allzweckgegenstand.
Vom Handtuch, über Vorhang, Sitzunterlage oder eben Kleidungsstück :)