Freitag, 23. September 2011

Innenstadt von Musoma








nur mal ein paar Eindrücke
bald kommt mehr

Hello Mister Prime Minister

Ja, was soll ich sagen, ich hab immer noch nicht ganz verstanden warum, aber aus irgendeinem Grund hat letzten Samstag der Premierminister von Tansania, die neue Dispensary unserer Organisation besucht. Quasi mein zukünftiger Arbeitsplatz.
Wir saßen auf Plastikstühlen, aber es war trotzdem feierlich. Der Mensch kam mit einem riesigem Gefolge an dicken Autos und Militärs. War beeindruckend.
Die Reden haben wir nicht verstanden, aber das Essen hinterher war gut. Alles natürlich draußen und gegessen haben wir auf dem Boden. Da war der Premierminister aber schon wieder weg.

Aufbauarbeiten



vorne in der Mitte, das ist er beim Gruppenfoto


fast wie bei unseren Compassion-Kindern :)
Falls es ein Signal gab, dass man sich anstellen muss, haben wir es nicht mitbekommen, wir standen dann ganz hinten :D

Sprachschule

Wir sind jetzt die dritte Woche in der Sprachschule.
Unsere Lehrer sind Einheimische, die uns auf englisch unterrichten.
Sie haben sehr sehr viel Geduld mit uns „Mzungus“ und ich bin sehr froh, dass wir viele peinliche Fehler bei Leuten machen, die Ausländer gewohnt sind.
Scheinbar habe ich eine besondere Gabe Wörter falsch zu betonen oder zu verdrehen, dass sie zu „bösen“ Wörtern werden. :)
Die Sprachschule ist katholisch und hier laufen schon ein paar ganz spezielle Figuren rum.
Ein absolut hyperaktiver Ami, der früher in der Army war und auch kein anderes Gesprächsthema findet, drei indische Nonnen, die absolut süß sind oder aber auch ein Kolumbianer, keine Ahnung was der eigentlich ist, auf jeden Fall hätte er wohl gern eine Dreierbeziehung mit Judith und mir, wenn wir das richtig verstanden haben :D
Und dann noch zwei Jungs aus Deutschland. Mit ihnen und zwei anderen FSJlerinnen aus Deutschland unternehmen wir immer mal was.
Heute haben wir einen unserer Lehrer besucht. Das war echt krass, die wohnen wirklich mit 4 Generationen unter einem Dach. Der Gute ist sicher schon über 50 hat aber vor 5 Monaten noch ein Baby bekommen, das ist fast genauso alt wie eins seiner Enkelkinder. Schon verrückt.

 
das ist sie, die Sprachschule, wenn man zum Tor reinkommt

Compassion Projekt

Samstags helfen wir bei einem Kinderprogramm von unserer Kirche gegenüber. Es sind vor allem Kinder aus schwierigen Verhältnissen, die hier unterrichtet werden und ein bisschen aus ihrem Alltag rauskommen.
Mit unserem mickrigen Wortschatz können wir natürlich noch nicht beim Unterrichten helfen. Wir sitzen beim Unterricht dabei und spielen in den Pausen mit den Kindern.
Anfangs waren sie noch ein bisschen schüchtern, aber das hat sich schnell gelegt. Am Ende hatte man an die 10 Kinder an einem hängen, die einen auch nicht so schnell wieder losließen.
Es ist fast erschreckend wie die Kinder jedes bisschen Aufmerksamkeit nur so aufsaugen.
Mittags wird von freiwilligen Müttern für die ca 200 Kinder gekocht. Unter freiem Himmel über dem Holzfeuer nach tansanischer Art. Für uns ist das eine Chance etwas in die Sprache reinzukommen. Beim Gemüse schneiden brauchts nicht so viele Worte um sich zu verständigen und die Tansanier schätzen es ungemein wenn man sich als Ausländer an den alltäglichen Tätigkeiten beteiligt.

Hier stehen sie fürs Mittagessen an

die ersten Eindrücke

Fast 4 Wochen ist es jetzt her, dass ich mich von Deutschland und westlichem Luxus verabschiedet habe. Seitdem Wochen lebe ich quasi in einer anderen Welt, in der Strom absolut keine Selbstverständlichkeit ist und geteerte Straßen eher eine Seltenheit.
Anfangs haben wir uns das Haus mit einer Maus geteilt, die konnte aber entsorgt werden und Kakerlaken hab ich auch erst zwei gesehen. Wir haben sie mit Insektenspray betäubt und im Klo runtergespült. Gar kein Problem für uns. :)
Man gewöhnt sich erstaunlich schnell an das alles.
Woran ich mich noch nicht wirklich gewöhnt habe, ist die Tatsache, dass man immer auffällt, immer angesprochen wird und dass einem ständig „Mzungu“ (Weißer) hinterhergerufen wird.
Das finde ich eher nervig.
Zu arbeiten haben wir (Judith, meine Partnerin, und ich) noch nicht angefangen, das wäre auch quasi unmöglich, denn mit englisch kommt man wirklich nicht weit und mein Kiswahili lässt noch ziemlich zu wünschen übrig. Deshalb machen wir momnetan noch Sprachschule.

Die Menschen hier haben Zeit, hier ist es unhöflich einfach aneinander vorbei zu gehen ohne sich zu begrüßen und sich mindestens mal nach der Gesundheit und der Familie zu erkundigen.
Um von A nach B zukommen nimmt man entweder ein „daladala“, stickige und überfüllte Kleinbusse, die statt der Bremse de Hupe benutzen oder ein „pikipiki“, Motorradtaxis, die zur Not auch mehrere Passagiere mitnehmen. Ich liebe Pikipkifahren. Das ist das allerberste!
Ganz zu schweigen von dem unglaublich schönen Viktoriasee, in dem man zwar leider nicht schwimmen darf, der aber wunderschöne Strände hat, die man von uns aus relativ schnell mit dem Pikipiki erreichen kann.